02.09.2009 16:25 Alter: 10 Jahre
Kategorie: Presse
Von: DVZ,27.08.2009

Umrüstzeiten sind passè


Ein neues Konfigurationstool verbessert die Anpassungsfähigkeit der Materialflusssoftware

Die Leistungsfähigkeit eines Lagersystems steht und fällt mit der Effi zienz der IT-Landschaft. Doch je komplexer die Softwarelösungen sind, desto aufwendiger ist eine Umstellung der Anlagen. Mit dem Prinzip der freien Konfigurierbarkeit haben einige Anbieter von Materialflussprogrammen diesen Nachteil jetzt beseitigt.

Bisher mussten die meisten Materialfl usssysteme umprogrammiert werden, wenn die Prozesse angepasst wurden oder sie sich änderten. Doch damit allein war es nicht getan: Nach der Anpassung musste das komplette System durchgetestet werden. Das war aufwendig und kostenintensiv, da für solche Tests im Normalfall lediglich die Wochenenden oder nächtliche Arbeitspausen genutzt werden konnten. „Jedes moderne Materialfl usssystem hat das Ziel, die Prozesse und Abläufe in automatischen Hochregallagern und Fördertechnikbereichen einfach und umfassend abzubilden. Damit sind projektspezifi sche Programmierungen nicht mehr erforderlich“, erläutert Rainer Schulz, Geschäftsführer der sysmat GmbH, die Philosophie aktueller Lösungen. „Die gewünschten Änderungen können dann jederzeit mit nur wenigen Klicks vorgenommen werden. Dabei lassen sich die verschiedenen Anlagenkomponenten sukzessive im laufenden Betrieb an die Software anbinden. Parallel dazu ist eine abgegrenzte Fehlersuche möglich.“ Vorbild für die Software-Architektur moderner Materialfl uss-Leitzen tralen sind unter anderem Bildbearbeitungsprogramme, in denen komplexes Wissen integriert wurde.

Datenübersetzer.
Als Bindeglied zwischen den Anlagenkomponenten und den Modulen der Software sollte ein sogenannter Systemdatenübersetzer zwischengeschaltet sein. Dieser übersetzt die Befehle für die Steuerung in die Sprache des jeweiligen Herstellers. Somit entfallen kostenintensive Programm anpassungen und lange Testphasen. Komponenten beliebiger Hersteller lassen sich über diesen Weg auch zu einem späteren Zeitpunkt problemlos in die Anlage integrieren. Änderungen an Daten oder Schnittstellen sind ohne Neustart möglich. „Allein die Nutzung eines solchen Software-Pakets kann die Zeit der Inbetriebnahme im Durchschnitt um bis zu 70 Prozent reduzieren“, erklärt Schulz. Ein Beispiel ist die Steuerung von Verschiebewagen, Doppelverschiebewagen und Regalbediengeräten. Da dabei die Geräte von der Software mit Hilfe integrierter Routenplaner optimal an ihr Ziel navigiert werden müssen, ist diese Programmierung enorm zeitaufwendig. Entfallen hier die Programmier-, Test- und Optimierungszeiten, verringert sich der Zeitaufwand sogar um bis zu 80 Prozent. Ein weiterer Aspekt moderner Materialfl usslösungen ist, dass sie auf Notfallstrategien zurückgreifen können, wenn wichtige Anlagenteile längerfristig gestört sind. So wird der Warenfl uss nicht unterbrochen, sondern umgeleitet. Dank dieser Flexibilität wird ein Totalausfall der Anlage durch Rückstau zuverlässig verhindert. Zudem wird die automatische Umleitung der nachgelagerten Transporte gewährleistet.

Übergreifende Diagnose.
Ein wichtiger Faktor für problemlose Inbetriebnahmen und Anpassungen sind herstellerübergreifende Diagnosefunktionen. Alle wichtigen Eigenschaften der Softwaremodule werden dabei über Parameter eingestellt. Auch bringt die freie Konfi guration der Software Zeitvorteile. So entfallen das bis dato übliche Leerfahren der Anlage und das erneute Wiederherstellen einer Fehlersituation ersatzlos. In der derzeitigen Lagerpraxis wird die Optimierung des Warenfl usses auf der Grundlage individueller Erfahrung oder oftmals sogar aus einem Bauchgefühl heraus vorgenommen. Zeitgemäße Materialfl usssteuerungen bieten hingegen die Möglichkeit der Echtzeitspeicherung des Warenfl usses während eines gesamten Tages. Staus, Störungen und Leistungsdaten werden dokumentiert und bilden die Datengrundlage zur Analyse von Prozessengpässen. Durch die grafi sche Wiedergabe dieser Dokumentationen – zum Beispiel als Video oder im Zeitraffer – können die Auswirkungen eventuell bestehender Schwachstellen frühzeitig erkannt und behoben werden. Bei der Auswahl der Materialfl usssoftware sollten die Verantwortlichen in den Unternehmen darauf achten, ein System einzusetzen, das eigenständig konfi gurierbar ist. „Es ist ein entscheidender Kosten- und Zeitvorteil, wenn Techniker des eigenen Unternehmens Materialfl ussstrategien und Parameter der Schnittstellen selbst ändern können“, erläutert Schulz. „So werden größtmögliche Flexibilität bei der Auswahl künftiger Fördertechnikkomponenten und echte Unabhängigkeit vom Software-Anbieter erzielt. Bei aktuellen Systemen, die eine Konfi guration per Drag & Drop anbieten, ist dies bereits heute der Fall.“

Investitionssicherheit.
Darüber hin aus gewährleistet eine herstellerübergreifende Materialfl uss-Software, die von vielen Anlagen- und Fördertechnikanbietern eingesetzt und zentral von einem Materialfl ussexperten weiterentwickelt wird, zusätzliche Investitions- und Zukunftssicherheit. Schulz fasst zusammen: „Die heutigen Anforderungen an Materialfl usssysteme sind dermaßen komplex, dass selbst viele Anbieter von Komplettanlagen nicht dazu in der Lage sind, die notwendige Entwicklungsarbeit für moderne Materialfl usssysteme mit eigenen Ressourcen zu leisten.“ Darüber hinaus sind Anbieter von Fördertechnikkomponenten teilweise so spezialisiert, dass das generelle Materialfl uss- Know-how von externen Softwareexperten mit umfassender Praxiserfahrung kommen muss. DVZ 27.8.2009 (ben) www.sysmat.de


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